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Pro Mönchweiler e.V.
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Ein Blick über den Zaun

 
Die Schweizer auf der Suche nach einem Atomendlager in der Nähe der deutschen Grenze
 
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz sammelte sich über die Jahrzehnte so einiger atomarer Müll an. Es wird wohl auch noch einiges dazu kommen, planen doch unsere Nachbarn neben den bestehenden fünf Atomkraftwerken noch drei neue. Und, wie bei uns, ist auch in der Schweiz die Endlagerfrage noch ungelöst.  
Bis jetzt landen alle radioaktiven Abfälle im Zwischenlager in Würenlingen, gerade gegenüber von Waldshut. Aber die Schweizer Atomindustrie ist bemüht, die Endlagerfrage voranzutreiben, um die Akzeptanz der Atomenergie zu stärken, auch im Hinblick auf mögliche weitere AKW- Neubauten.
Die Produzenten des Atommülls haben sich deshalb in einem Verband zusammengetan, der NAGRA heißt, die Nationale Genossenschaft zur Entsorgung radioaktiver Abfälle (www.nagra.ch) . Trotz des Namens kein Wohltätigkeitsverein – sondern ein wirtschaftlicher Interessensverein. Die NAGRA betreibt die Forschung zur Erkundung potentieller Endlager-Standorte.
Momentan hat die NAGRa sechs Standorte an der deutsch-schweizerischen Grenze im Fokus. Warum? Hier findet sich das zur Zeit von der Atomwirtschaft für ein „geologisches Tiefenlager“ favorisierte Wirtsgestein: der Opalinuston. Opalinus ist eine Tonschicht in etwa 700 Meter Tiefe.
Das Verfahren zur Festlegung des zukünftigen Standorts ist sehr langwierig. Weil auch hier am Ende die Schweizer in einer Volksabstimmung über den Ort entscheiden können, ist die Partizipation der Bevölkerung bei der Standortauswahl in einem sehr hohen Maße vorgesehen. Der gesamte Entscheidungsprozess geht über drei Etappen und wird frühestens 2019 beendet sein. Also ist auch frühestens dann mit einem Baubeginn zu rechnen. Nähere Informationen dazu unter: www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle .
Kritisch auseinandergesetzt mit der Endlager-Thematik in der Schweiz hat sich der BUND: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/idx-atomenergie.html . Nicht nur als Anwohner der grenznahen Region hat die schweizerische Endlagersuche für uns Bedeutung. Opalinus, das wahrscheinliche Wirtsgestein, gibt es auch hier in Baden-Württemberg, z.B. auf der Schwäbischen Alp in stärkeren Schichten. Sollte die Erkundungen in Gorleben eines Tages endgültig negativ ausfallen, wird Deutschland bei der Suche nach einem geeigneten Standort sicher unter Zeitdruck stehen und die Ermittlungsergebnisse aus der Schweiz wahrscheinlich dankbar aufgreifen.